Und es geht doch - Special Olympics

Geschrieben von Sigrid.

Frühstück bei Gibsons. Sinja sitzt vor ihrer Milch und trödelt herum, Milch mag sie nicht so besonders. Ann, ihre Pflegemutter, sagt zu ihr: „Sinja, wenn du deine Milch austrinkst, sage ich dir, was Andre gestern am Telefon gesagt hat.“ Schwupps war nicht nur Sinja’s Glas leer,

sondern auch das von ihrer Schwester. Sinja dachte bestimmt: ‚Doppelt hält besser!’ Ann erzählt ihr schmunzelnd:. „Andre hat gesagt, dass du für die Special Olympics empfohlen wirst!“ Boah, hat Sinja  sich darüber gefreut, so sehr,  dass sie an diesem Tag sogar ohne Protest zur Schule gegangen ist...

Es ist nicht selbstverständlich für ein 15-jähriges Mädchen, an den National Games teilzunehmen, noch weniger selbstverständlich ist es, wenn man weiß, dass Sinja große Probleme in ihrem Leben zu bewältigen hat. Sie wurde mit einer geistigen Behinderung geboren, weil  ihre Mutter Alkohol in der Schwangerschaft getrunken hat. Die nachfolgenden Zeilen verdeutlichen mehr als 10 Seiten Referat, was die Behinderung für Sinja bedeutet.

Ich sitze und sehe zu


Ich sitze und sehe zu, wie meine 14-jährige Tochter ihre Matheaufgaben macht. Mein Herz zerbricht weil sie nicht 5 minus 4 rechnen kann, ohne die Finger zu benutzen.

Ich sitze und sehe zu, wie sie ihre Hausaufgaben liest und merke, dass sie liest wie eine 8-jährige.

Ich sitze und sehe zu, wie sie ihre  Haut vom Fuß abpult, und weiß, dass sie nicht einmal humpeln wird mit dieser großen Wunde.

Ich sitze und sehe zu, wie sie wie ein Nichtschwimmer im  tiefen Wasser reagiert, wenn sie mit Mädchen im gleichen Alter zusammen ist.

Ich sitze und sehe zu, wie sie auf mich zukommt, Kopf nach unten,
so dass keiner ihr FAS-Gesicht sehen kann.

Ich sitze und sehe zu, wie sie ihre Arme über ihren Brustkorb hält,
um die fraulichen Merkmale an einem Körper zu verstecken, der nicht im Einklang mit seinem Gehirn ist.

Ich sitze und sehe zu, wie sie da alleine steht und zuschaut, während andere Kinder Spaß haben.

und dann...............
Ich sitze und sehe zu, wie sie einen  Springparcours erfolgreich hinbekommt, wo ältere Mädchen, die kein FASD haben, ausgeschieden sind.

Ich sitze da und sehe zu, wie sie den 11. Platz bekommt von 50 Teilnehmern und mein Herz platzt bald, da ich so stolz bin.

Ich sitze da und sehe, wie sie lächelt, als eine Rosette an ihr Pony gesteckt wird und ich möchte ganz laut schreien:
"Das ist MEINE wunderbare Tochter!"
Ann Gibson,  22. September 2002


FASworld Deutschland bittet um Unterstützung für Sinja.
Sinja ist die Pflegetochter der Familie Ann und Alan Gibson. Sie wurde mit einer geistigen Behinderung geboren, weil  ihre Mutter Alkohol in der Schwangerschaft getrunken hat. Von ihrem Reitlehrer wurde sie bei den Special Olympics gemeldet. Unterkunft und Verpflegung für Sinja und Betreuer müssen aber selber getragen werden. Aus diesem Grund hat FASworld einen Fonds eingerichtet, der FAS-Kindern unbürokratisch helfen soll. Das fetale Alkoholsyndrom ist die häufigste, nicht genetische, geistige Behinderung in Deutschland, die aber zu 100% vermeidbar wäre.

Sinja bekam Reitunterricht auf dem Reiterhof Mumm, in Felmerholz, bei Andre Ahrens. Bislang hat sie einen 1. Platz beim Ringreiten gewonnen, außerdem wurde sie mehrmals platziert. Weiterhin nimmt sie an einer Quadrille teil, wo die Pferde gleichzeitig über einen Springkurs laufen und sich im Takt der Musik überkreuzen, was nicht ungefährlich ist wegen des hohen Tempos. Sie hat schon 50 Rosetten an ihrer Wand hängen und freut sich sehr, an diesen besonderen Spielen teilnehmen zu können.
Sinja reitet in den Disziplinen: Springen, Dressur und Geschicklichkeitsparcours.

Mehr erfahren Sie unter http://www.fasworld.de/sinajsponsor.html