Burnout bei Frauen

Geschrieben von La Loba.

Ich lernte im MCS-Netzwerk MoonMcNeill kennen.

Moons Story auf femity ist hier zu finden

Jetzt hat Moon mich auf einen Bericht auf der femity-Web-Site aufmerksam gemacht, über das Burn-Out-Syndrome bei Frauen und ich finde, dieser Artikel passt sehr gut auch zu unseren Diskussionen hier bei Schwarzmondfrauen - das Thema wurde bereits mehrmals in der Vergangenheit angesprochen.


Aktualisierung da der Link zu diesem Artikel auf femity nicht mehr funktionierte, hier der entsprechende Text als Zitat

Zitat
:: Burnout bei Frauen
Burnout ist auch die Ursache für zunehmende vegetative Störungen

Die Folgen der Selbstschwächung sind unübersehbar. In der Beobachtung der Betroffenen und der ärztlich-therapeutischen Begleitung beeindruckt v.a. der „vegetative Niedergang“. Nach und nach mangelt es an Allem. Es fehlt an Ruhe, Schlaf, gutem Essen in entspannter Atmosphäre. Es fehlen körperliche Bewegung, die Verbindung zur Natur. Es fehlen gute Berührungen und zuletzt jeglicher Aufschwung in selbstvergessene Produktivität. Die eigenen Quellen scheinen versiegt.

Die Befindlichkeit ist geprägt von größter Schwäche. Banale alltägliche Aktivitäten wie z.B. das morgendliche Ankleiden werden zu schier unüberwindlichen Aufgaben. Diffuse Angst kommt auf als Signal der Entfremdung. Eine Fülle von Symptomen (Schmerzzustände, Schlaflosigkeit, Herzrasen, Infektanfälligkeit, Depression) deutet auf die massive Störung der Regulationssysteme.

Auffallend ist die Manifestation des Burnout auch als Störung der sog. „Grundregulation“ der Gewebe (Pischinger). U.a. lässt sich dies immer wieder an einer Vielzahl immunologischer Symptome und Befunde beobachten.

Das Verständnis von Burnout lässt sich m.E. erweitern, wenn man die insgesamt gestörte Immunologie betrachtet. Wenn Gesundheit nur für den harmonisch gestimmten Zustand gilt mit den organisch aufeinander abgestimmten Rhythmen, wird die eigentliche Bedeutung von Immunität verständlich. Es ist der Begriff der „Immunitas“, lat. Freiheit von Leistung und Diensten. Bis zur kausalanalytischen Wende in der Medizin am Ende des 19. Jahrhunderts war mit „Immunitas“ gemeint eine selbst bestimmte Ordnung. Es ging um Gesunderhaltung, nicht um Krankheitsbekämpfung (Heine).

Ziel der Abwehrleistung eines Organismus ist es, die gesunden Verhältnisse aller Körperfunktionen für ein harmonisch gestimmtes Selbst wieder herzustellen. An dieser Stelle wird der Zusammenhang zwischen Immunologie und Psyche deutlich. Bezieht man die inzwischen umfangreichen und gut überprüften Kenntnisse aus der Erforschung der sog. Grundsubstanz (= Molekularsieb aus Proteoglykanen mit lebensnotwendigen Leistungen für die Funktion der Organzellen) in diese Betrachtung mit ein, so wird ein sehr ursprüngliches System des Erkennens und damit der Immunität deutlich.

In dieser Sichtweise wird Burnout in den gesamten bio-psycho-sozialen Kontext gestellt. Ein solches Krankheitsverständnis enthält sowohl kausalanalytische als auch synthetische Elemente. Und sie führt zu einem Verständnis von Therapie, in dem eigene Ressourcen und körpereigene Heilkräfte genutzt werden.

WAS HILFT?
Freudenberger / North schließen ihr empfehlenswertes Buch „Burn-out bei Frauen. Über das Gefühl des Ausgebranntseins“ mit 12 Punkten zur Burnout-Verhütung und –Rekonvaleszenz. Sie zeigen bedeutsame Möglichkeiten auf. Doch stellt sich hier die Frage, ob eine Wende nach angeleiteter Selbsterkennung sozusagen auf Aufforderung möglich ist. Die Praxis lehrt, wie tief die Motive der Selbstverleugnung liegen. Gespür für Destruktives, Realitätssinn und Selbsterforschung können entwickelt und eingesetzt werden, um der Deformation beizukommen.

Jedes Leben ist ein eigenes, das jeweilige Handeln kann sich nur aus der eigenen Praxis entwickeln. Da Burnout sich immer auch über tiefgreifendes Gestörtsein im Vegetativ-Körperlichen manifestiert, ist für viele Frauen der Gang zu einem Arzt oder einem anderen Heilkundigen der erste Schritt zur Bewältigung. Langfristig erfolgreiche Behandlungskonzepte kommen meines Erachtens meist nicht ohne eine geduldige, sorgsame Arbeit an den innerpsychischen Strukturen (insbesondere Über-Ich!) unter Einbeziehung systemischer (=familiärer) Aspekte aus. Zum „Anschieben“ des Heilungsprozesses sind stationäre Kurzzeittherapien in geeigneten Kliniken mit speziellen Burnout-Konzepten sehr zu empfehlen.

Es erscheint jedoch ratsam, die diagnostische Klärung von Schwächezuständen und deprimierter Stimmung nicht den lang angestammten spezialisierten Professionen (Immunologen, Neurologen, Psychiater) alleine zu überlassen. Ein ganzheitliches Verständnis – eindrucksvoll belegt durch die Grundlagenforschung – eröffnet deutlich erweiterte therapeutische Felder.

So sind – je nach individueller Symptomlage – Methoden der Regulationsmedizin oft sehr hilfreich. Beispiele sind eine konsequent strukturierte Ernährung nach den jeweils persönlichen Bedingungen. Des weiteren die Abklärung und Behandlung von Allergien (v.a. bei Nahrungsmittelallergien). Biologische Verfahren wie Eigenblutbehandlungen, mikrobiologische, immunmodulatorische Ansätze sowie Phytotherapeutika sind in ihrer Wirksamkeit bewährt.

Eine nach individueller Diagnostik ausgerichtete Substitution von Spurenelementen und Vitaminen kann die Regenerationsimpulse der Grundregulation spürbar unterstützen. Dazu ein Beispiel: langanhaltende Überlastungen induzieren oft ein krankmachendes Essverhalten. Entstehen dann z.B. durch monotone Auswahl Nahrungsmittelallergien, resultiert daraus u.a. eine chronische Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Diese bewirkt eine Funktionsbehinderung der Schleimhautzellen. Die Folge ist eine mangelhafte Verdauungsleistung mit Verlust essentieller Nährstoffe. Andererseits wird im Entzündungszustand die Darmschleimhaut durchlässiger für Fremdstoffe (z.B. bakterielle Toxine, Allergene). Aus der Stressforschung wissen wir, dass hieraus eine deutliche Minderung der Stresstoleranz folgt.

Das Stressempfinden wächst. Die Spirale des Krankwerdens dreht sich.
Eine besondere Hilfe können homöopathische Arzneien sein. Ausgewählt nach den jeweils individuellen Gegebenheiten wirken sie auf die Gesamtgestimmtheit. Eine sorgfältig geführte homöopathische Behandlung unterstützt im Prozess der Selbsterkennung und –findung. Sie kann aus der Starre der Erschöpfung lösen, indem die ausgebrannten Frauen wieder Anschluss finden an verlorene und verleugnete Teile des Selbst. Sie kann Sprachfähigkeit fördern und ist letztlich Hilfe zur Selbsthilfe.


ZUM GUTEN SCHLUSS
Burnout ist verwirrend, geheimnisvoll, angstmachend. Burnout scheint wie die – vorläufige – Endhaltestelle auf einer meist langen Reise in einen bedrohlichen Zustand von Schwäche und Entfremdung.

Krank wird die Frau mit allem, was sie als Individuum, als Wesen einer göttlichen Schöpfung ausweist.

Dieser Bedrohung beizukommen, erfordert Differenzierung- unterscheidende Entschlüsse in allem, was gebraucht wird, seelisch wie körperlich. Dann kann am Ende der Kraft ein neuer Weg beginnen. Ein neues Leben in aller Radikalität aufgrund einer getroffenen Entscheidung.

Von Max Frisch stammt das heilsame Wort:

“Krise ist ein produktiver Zustand, man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“


Das Surfen auf der Web-Site von femity war sehr interessant und ich möchte nicht versäumen, bei dieser Gelegenheit auf femity hinzuweisen.

Für eine Diskussion zum Born-Out-Syndrome habe ich hier in unserem Forum einen passenden Thread eröffnet.