Entgiftung/Frühjahrskur

Folgender Artikel wurde uns von BellaDonna eingereicht. Vielen Dank!!!!

Entgiftung/Frühjahrskur

Von Bride stammt die Anregung, gerade jetzt im Frühjahr doch mal das Thema Entgiftung aufzugreifen. Gute Idee, dachte ich, also los... Dann sprach ich gestern Abend mit meiner Freundin darüber, und die fragte ganz entsetzt: „Was, all diese merkwürdigen Frühjahrskuren, die jetzt in den Illustrierten angepriesen werden,

Abspecken mit Kohlsuppe, acht Kilo in einer Woche runter, dieser ganze Schweinkram...? Ich war völlig verblüfft, denn daran hatte ich überhaupt nicht gedacht. Heilfasten, okay, aber bitte seriös und unter fachkundiger Betreuung... – doch nicht mal daran hatte ich gedacht (wahrscheinlich, weil ich selber zu gerne esse :p ).

Klar, wer entgiften will, sollte sich während dieser Zeit nicht grade fetten Sahnekuchen, Schweinshaxen, Schokoriegel oder jede Menge Alkohol reinziehen, sondern den Organismus durch möglichst leicht verdauliche, überwiegend vegetarische Kost entlasten, reichlich Wasser, Säfte und Kräutertee trinken, um die Gifte über die Nieren auszuschwemmen; das versteht sich eigentlich von selbst, aber das Ziel ist dabei nicht, irgendwelche Pfunde oder Kilos zu verlieren, sondern uns ein- bis zweimal im Jahr von Stoffwechselschlacken und Giften zu befreien, die wir aus der Umwelt und mit der Nahrung aufgenommen haben. So haben es unsere Vorfahren über viele Generationen gehalten, und wenn sie just zu Beginn des Frühlings dabei auch die Nahrungszufuhr einschränkten, geschah das eher unfreiwillig, einfach weil die Wintervorräte aufgebraucht waren.

Um also eventuellen Missverständnissen vorzubeugen: Es geht hier nicht um Abspecken, und da ich selbst keine Erfahrung damit habe, werde ich auch nichts über Heilfasten schreiben. Es geht hier vielmehr um die Frage, wie wir etwas von dem Dreck loswerden können, der sich im Laufe der Zeit in unserem Gewebe abgelagert hat. Das passiert ganz automatisch, wenn wir mehr Giftstoffe aufnehmen, als unsere Ausscheidungsorgane (Leber, Darm, Nieren, Lunge ...) aktuell bewältigen können. Was der Körper nicht gleich wieder loswerden kann, wird gewissermaßen zwischengelagert, teils im Fettgewebe, teils in den Zellzwischenräumen des Bindegewebes. Diese Zellzwischenräume können im Laufe des Lebens zu echten Müllhalden werden, und das ist fatal, weil dann die Kommunikation zwischen den Zellen nicht mehr richtig funktioniert und auch die Nährstoffe nicht mehr ungehindert transportiert werden können. Hier liegt die tiefere Ursache vieler Krankheiten, die heute unübersehbar auf dem Vormarsch sind, allen voran Allergien und Autoimmunkrankheiten. Wirklich „geheilt“ werden können sie nur dann, wenn es gelingt, die Ursachen, also eben jene Müllhalden, abzubauen. Alles andere ist reine Symptomenkosmetik, ein Verschiebebahnhof, bei dem – typisches Beispiel – das Ekzem mit Cortisonsalbe zum Verschwinden gebracht wird, dafür aber einige Monate später Asthma auftritt.

Um den Müll loszuwerden, muss im Prinzip dreierlei geschehen: Erstens müssen wir dafür sorgen, dass die Ausscheidungsorgane über freie Kapazitäten verfügen, zweitens müssen die Giftstoffe aus dem Gewebe herausgelöst werden, und drittens müssen wir die Funktion der Ausscheidungsorgane anregen, damit sie vorübergehend mal den Turbogang einlegen. Freie Kapazitäten schaffen wir dadurch, dass wir die Giftzufuhr verringern (gesunde, leicht verdaulich Kost, Verzicht auf Alkohol, Nikotin etc., siehe oben), für das Herauslösen der Giftstoffe aus den Geweben gibt es bewährte Naturheilmittel, und den Turbogang schalten wir beispielsweise mit Hilfe von Heilkräutern ein, die verdauungsfördernd, harntreibend, schweißtreibend, schleimlösend und ggf. auch menstruationsfördernd wirken.

Vieles, was jetzt im Frühling auf den Wiesen oder am Wegrand wächst, wirkt nicht nur entgiftend, sondern schmeckt auch super. Deshalb sieht man mich um diese Jahreszeit mehrmals wöchentlich durch unseren großen Garten stromern und, ähnlich wie unsere Ziegen, mal hier und mal da ein paar Blättchen rupfen. Wegerich, Huflattich, Löwenzahn, Geißfuß, Schafgarbe, Pimpinelle, Kerbel, Brennnessel, Taubnessel, Vogelmiere, dazu ein bisschen Engelwurz und Beinwell, Bärlauch, vielleicht schon die ersten zarten Blättchen vom Frauenmantel – die Möglichkeiten für einen gemischten Wiesensalat, eine Vielkräutersuppe oder einen grünen Auflauf sind fast unbegrenzt. Ganz automatisch und ohne großen Aufwand kann ich auf diesem Weg auch gleich meine Frühjahrsentgiftung durchführen, denn alle diese Kräuter tun genau das: Sie regen in der einen oder anderen Weise die körperlichen Ausscheidungsprozesse an. Um die Gifte aus dem Gewebe zu lösen, ist die parallele Einnahme von homöopathisch-spagyrischen Komplexmitteln wie Toxex-Tropfen (Pekana Naurheilmittel) empfehlenswert; einige andere Präparate haben ähnliche Wirkungen. (Ein besonderer Tipp dazu: Mit der Einnahme solcher Mittel bei Vollmond beginnen, weil der abnehmende Mond die erwünschte Wirkung unterstützt.)  

Wer sich nicht so problemlos mit frischen Grün versorgen kann, für den oder die lohnt sich im frühen Frühjahr vielleicht der Weg in eine Apotheke oder einen guten Kräuterladen (ist meist preisgünstiger; bei einigen kann man auch online bestellen und sich die Kräuter schicken lassen), um sich folgendes Rezept mischen zu lassen oder selbst zu mischen:

Teerezept nach Heinrich Honegger zur allgemeinen Entgiftung

Jeweils 5 Gramm
- Löwenzahnwurzel
- Schlehenblüten
- Guajakrinde
 15 Gramm
- Walnussblätter
Jeweils 20 Gramm
- Sennesblätter
- Stiefmütterchenkraut
Jeweils 10 Gramm
- Süßholzwurzel
- Sarsaparillawurzel
- Wacholderbeeren
- Fenchelfrüchte
- Erdrauchkraut

Von dieser Mischung gibt man 2 Teelöffel in eine große Tasse, übergießt sie mit kochendem Wasser und lässt sie 5 Minuten abgedeckt ziehen. Abseihen und mit Honig süßen.
Dosis: morgens und abends eine große Tasse, sieben Wochen lang, dann zwei Wochen Pause und danach noch einmal sieben Wochen.
Das Rezept wirkt mild ableitend auf Darm und Niere, entgiftet außerdem über die Lymphe und regt den Hautstoffwechsel an.

Es gibt aber auch eine ganze Reihe guter Fertigpräparate zur Ausleitung der Giftstoffe. Manche Firmen haben aufeinander abgestimmte Produktreihen für alle relevanten Phasen der Entgiftung. Ein kompetenter Apotheker sollte sich darin auskennen und entsprechend beraten können. Hier ist außerdem noch ein heißer Tipp, wo es mehr Informationen dazu gibt: www.natura-naturans.de Klickt auf Publikationen, geht dann runter zum Autor Olaf Rippe und dort auf die beiden Artikel „Entgiftung mit Heilkräutern“ und „Entgiftung mit Homöopathie“. (Übrigens sind nicht nur diese beiden Artikel lesenswert, sondern auch viele andere auf der Seite!!!)

Eine Anmerkung noch zum Schluss: Ich habe mich hier bewusst auf unsere eigene naturheilkundliche Tradition beschränkt und bin nicht auf Ayurveda, traditionelle chinesische Medizin oder andere Systeme eingegangen, die in diesem Zusammenhang zweifellos auch eine Menge zu bieten haben. Ich bin nur im Laufe der Jahre zu der Überzeugung gelangt, dass die Heilkräuter, die vor unserer Haustür wachsen, und die naturheilkundlichen Verfahren, die in unserem eigenen Kulturkreis entwickelt worden sind, nicht weniger leisten als andere. Asiatische Heilsysteme haben zwar den Reiz des Exotischen und beeindrucken durch überzeugende Erfolge, aber bei ihrer Anwendung werden wir westlichen Menschen immer Stümper bleiben, weil wir sie zwangsläufig aus ihren über Jahrtausende gewachsenen Zusammenhängen reißen, die für uns immer nur eingeschränkt nachvollziehbar sind. –
Hmm, ...  das ist im Grunde schon wieder ein ganz neues Thema... – könnte eine spannende Diskussion werden ... :o

Für heute beste Grüße
BellaDonna :)