Krankheit und Bachblüten

Geschrieben von Sigrid.

Krankheit

Plötzlich oder schleichend, aber auf einmal ist sie da: meine Krankheit.
Das Leben hält inne und ich beginne, mich zu besinnen.
Ist das so?
Wie gehe ich mit meiner Krankheit um?


Wie empfinde ich meine Krankheit?
Ist sie Belastung, macht sie mir Angst?
Welche Hilfen – außer einer ärztlichen Therapie – nicht als Ersatz, sondern als Unterstützung - kann ich in Anspruch nehmen? Gefahrlos, ohne Nebenwirkung

Bachblüten

Ach, Bachblüten, das ist doch die neue Modetherapie oder? Nein, weit gefehlt, Bachblüten gibt es schon seit vielen Jahrzehnten. Bachblüten haben auch nichts mit Blüten zu tun, die am Bach wachsen, sondern sie wurden von einem englischen Arzt namens Edward Bach, als einfache und umfassende Heilmethode entdeckt.

Edward Bach (1886 – 1936) erklärte uns über Gesundheit und Krankheit:

Zitat
„Krankheit entsteht, wenn die Persönlichkeit nicht im Einklang mit der Führung des Höheren Selbst handelt, deren Botschaften nicht wahrnimmt, missdeutet oder nicht wahrhaben möchte. Durch diese Kommunikationsstörung mit dem Höheren Selbst wird kosmische Energie verzerrt, was dann dazu führt, dass statt Tugenden Mängel ausgebildet werden.“


Bach schrieb in einer einfachen und klaren Sprache, sein Wissen über die Anwendungsbereiche und die Philosophie der Bachblüten ist überschaubar und unkompliziert. Jeder kann Zugang dazu finden.

In „THE TWELVE HEALERS“ schreibt er:

Zitat
„Das Behandlungssystem der Bachblütentherapie hat die Kraft, Leiden zu heilen und kann aufgrund seiner Einfachheit zu Hause angewendet werden. Die Einfachheit in Verbindung mit seinen ganzheitlichen Heilwirkungen macht es so wunderbar. Dieses Heilsystem, das uns durch Gottes Wege gegeben wurde, zeigt, dass es Ängste, Sorgen, Kummer und ähnliches sind, die den Weg für eine Erkrankung bereiten. Durch die Behandlung dieser Ängste, Sorgen und Ärgernisse befreit man sich daher nicht nur von der Erkrankung, sondern man wird durch die Heilpflanzen, die uns durch die Gnade des Schöpfers des Ganzen gegeben wurden, auch noch von diesen Ängsten und Sorgen befreit, so dass man sich besser und glücklicher fühlt.
Da diese Heilpflanzen unsere Ängste, unseren Kummer, Sorgen, Fehler und Verfehlungen heilen, muss man zunächst einmal nach diesen Ausschau halten. Die Krankheit wird sich danach davonmachen.
Dem ist kaum etwas hinzuzufügen, denn ein verständiger Geist wird all dies bereits wissen. Möge es genügend Menschen geben, die diese Zusammenhänge verstehen und unabhängig vom jeweiligen Trend der Wissenschaft diese Geschenke der Natur als Hilfe und auch zum Segen für ihre Mitmenschen einsetzen. “

*1.)
Es liegt jetzt nicht in meiner Absicht eine umfassende Abhandlung über Bachblüten zu schreiben. Ich versuche lediglich, die Blüten zu erfassen, die geeignet sein können, eine, für uns schwere Krankheit zu begleiten.
Im allgemeinen stehen wir in solch einem Fall vor vielfältigen Problemen. Jeder Mensch reagiert auf seine eigene individuelle Art, je nach seinem Charakter, seinen Eigenarten, seinen Gefühlen, den momentan vorherrschenden und denen, die wir schon länger mit uns herumtragen. Beginnen wir mit der

DIAGNOSE:

Erste Symptome, Diagnoseverdacht bis zur Gewissheit:

Was mir da spontan als erstes einfällt, das ist die Angst. Angst, Unsicherheit und die Gedanken kreisen immer um das gleiche Thema. Fangen wir doch damit einmal an.

ANGST:

Als erstes Mittel der Wahl ist RESCUE, das Notfallmittel der Bachblüten angezeigt, es ist einfach zu handhaben und ist Hilfe in vielen kleineren und größeren Notfällen. Normalerweise gibt es keine vorgefertigten Mischungen in der Bachblütentherapie, mit eben dieser einen Ausnahme:

RESCUE REMEDIE: Hier hat Bach als einzigste Kombination ein wirksames und hilfreiches Mittel zusammengestellt. Es enthält 5 Blüten, die in Notfallsituationen, wie der Name schon sagt, angewendet werden können. In den Rescuetropfen sind folgende Blüten enthalten:

CHERRY PLUM => Angst, gedanklich und körperlich die Selbstkontrolle zu verlieren
CLEMATIS => Drohende oder eingetretene Bewusstlosigkeit
IMPATIENS => Extreme innere Anspannung, Fluchtreaktion
ROCK ROSE => Panikgefühle, Todesangst
STAR OF BETHLEHEM => Lähmung und Schock

Zitat
RESCUE sorgt dafür, „dass die gefürchtete Kettenreaktion der Schockfolgen auf zellulärer und organfunktioneller Ebene gar nicht erst entsteht oder wieder außer Kraft gesetzt wird. „*


2.)
Um mit RESCUE umgehen zu können, muss ich nicht lange lesen, ich gebe einfach einige Tropfen (3 – 4) in ein Glas Wasser und trinke es schluckweise. Im Notfall kann das Mittel auch direkt auf die Lippen geträufelt werden, was bei Ohnmachten äußerst hilfreich ist. Die Rescue-Stockbottle gibt es in der Apotheke fertig gemischt zu kaufen und sollte in keinem Haushalt fehlen.
Jetzt gilt es , die einzelnen Gefühle differenzierter zu betrachten. Der Ausführlichkeit halber gehe ich noch einmal auf die Angstblüten: Rock Rose und Cherry Plum ein, da sie durchaus auch in einer individuellen Mischung eingebaut werden können.

Panikartige Angst: Angst ist ein Urinstinkt. Panik wirkt lähmend oder weckt den Fluchtinstinkt in uns. Ist schon aufgrund eines Verdachtes oder in der Zeit der Diagnosestellung Panik vorhanden, dann hilft als erstes Mittel der Wahl:

ROCK ROSE => In der Gruppe der Ängste nimmt sie in Bach’s Werk die erste Stellung ein. Es ist das Notfallmittel schlechthin für Situationen, „in denen es keine Hoffnung mehr zu geben scheint“ *1.) Hier in diesem Fall bei plötzlichen Erkrankungen.

In dieser Situation ist sicherlich auch CHERRY PLUM sehr hilfreich. Einzeln wird es einer Mischung hinzugefügt, wenn ich das Gefühl habe, mich selbst nicht mehr unter Kontrolle zu haben, irgend etwas zu tun, was ich eigentlich nicht will. Das kann durchaus auch die Angst sein, jetzt aus dem Fenster zu springen.

Es gibt aber auch eine andere Art von Angst, die Angst vor konkreten Dingen – in diesem Fall die Krankheit selbst, oder Angst vor den Schmerzen. Für diese Art der Angst ist MIMULUS wirksam. Wer MIMULUS benötigt, der trägt die Furcht mitunter still und heimlich vor sich hin und spricht nicht offen darüber mit anderen Personen.

ASPEN (Zitterpappel) hilft bei einer unbestimmten Angst. Der rationell denkende Mensch wird sich jetzt sagen: ‚Unbestimmte Ängste sind ja jetzt überhaupt nicht angesagt.’ Es gibt aber durchaus Menschen, die schon bei dem Gedanken daran, dass sie eine schwere Krankheit, z.B. Krebs haben können, vor lauter Angst gepeinigt werden, sie haben alle möglichen Vorahnungen und werden von Bangigkeit begleitet, der ASPEN -Mensch neigt zu ängstlichen Ahnungen, ist u.U. vegetativ labil, ist wetterfühlig. ASPEN kann helfen bei:

Zitat
„Allgemeiner Lebensangst, innerlicher Panik, Entsetzen, furchterregenden Einbildungen, ängstlichen Ahnungen, allgemeiner Bangigkeit, Zukunftsangst, ängstlichen Sorgen“

*3.)

ASPEN vermittelt uns Lebensmut.
Wenn wir schon bei der Angst sind, dann nehme ich hier bewusst auch noch die letzte Blüte dieser Gruppe in die Auflistung mit hinein.

RED CHESTNUT: Sie ist wichtig, wenn wir uns zu sehr um unseren Nächsten Sorgen machen. Schon allein der Gedanke, dass ich schwer krank sein könnte, kann mich in Sorge um meinen Nächsten stürzen: „Was wird aus meinem Kind?“ „Wie schafft mein Partner solch eine Belastung?“ und ähnliches mehr. Hier hilft RED CHESTNUT, diese Angstgefühle wieder in vertrauensvolle Gedanken zu ändern.

Häufig wird eine Emotion – in diesem Fall die Angst – überspielt. Ich gestehe sie mir selber nicht ein und meinen Nächsten geht es nichts an, wie es in mir aussieht. Trotz aller Umstände habe ich immer einen flotten Spruch auf den Lippen und lasse mir nichts anmerken. Ich selber fliehe u.U. auch die sorgenvollen Gedanken und lenke mich gezielt davon ab. Hier kann AGRIMONY in Zusammenhang mit MIMULUS sehr gut helfen, ein stückweit ehrlicher mit meinen Gefühlen umgehen zu können.

Wir sehen also insgesamt, dass schon allein der Bereich der Ängste von Bach sehr sorgfältig beobachtet und differenziert wurde. Gehen wir wieder in die Situation: DIAGNOSESTELLUNG hinein.

Schon allein die Möglichkeit einer schweren Erkrankung ist für uns ein Schock. Ich gehe durch das Leben und plötzlich trifft mich das Schicksal – Krankheit ist in mich eingedrungen, es betrifft nicht nur den ‚anderen’. Dies muss verarbeitet werden, um mich nicht zu lähmen. Als Seelentröster übernimmt STAR OF BETHLEHEMdiese Aufgabe. Diese Blüte ist in allen Lebenssituationen hilfreich, in denen wir verletzt werden – ob körperlich oder seelisch, wenn wir unglücklich sind, Kummer haben und des Trostes bedürfen. Dr. Blome schreibt dazu:

Zitat
„Es hilft, belastende Lebenssituationen zu ertragen oder schreckliche Schockerlebnisse zu verarbeiten.... In der Krebstherapie ist es eines der wichtigsten Basismittel, da der Krebs stets durch ein schweres psychisches Träume ausgelöst wird und ohne dessen Heilung nicht zum Stillstand kommen kann (entdeckt von Dr. R. G. Hamer) Besonders gefährlich ist dabei der Schock durch die Diagnose, die angesichts des üblichen Unwissens meist als Todesurteil fehlgedeutet wird. Nur psychisch sehr stabile Menschen können ihn überwinden: der typische STAR OF BETHLEHEM - Mensch aber zerbricht daran und stirbt letztlich nicht am Krebs, sondern an der Diagnose.“

* 3.)
Es ist nur natürlich, dass mein Denken nun in der Hauptsache mit meiner Krankheit beschäftig ist. Dies kann so belastend sein, dass ich keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Selbst wenn ich mich bewusst von diesen Gedanken losreißen möchte, ertappe ich mich nach wenigen Minuten wieder dabei, wie das ‚Gedankenkarussell’ kreist. Ich komme und komme aus diesem Kreislauf nicht heraus und bin u.U. sogar weniger leistungsfähig, müde, weil ich vor lauter Gedanken nicht richtig einschlafe und die Nacht belastet ist durch diese immens durchdringenden Gedanken. Hier hilft WHITE CHESTNUT, die Tatsachen zu relativieren und Ruhe zu finden vor den quälenden Gedanken.

Dies sind situationsbezogene Blüten, die akut helfen können. Die individuelle Reaktion auf einschneidende Ereignisse sind aber noch vielschichtigerer, als wir denken. Jeder von uns hat einen eigenen Charakter und auch die Blüten, die für meinen Typ geeignet sind, helfen uns, mit dem Geschehen fertig zu werden. Der jeweilige Typ eines Menschen zeigt sich häufig in Krisensituationen. Welche Gefühle habe ich? Reagiere ich immer so?

Ich warte ungeduldig auf das Ergebnis, es geht mir nicht schnell genug. Leide ich unter dieser Anspannung, habe ich im Leben auch häufig ein schnelleres Tempo als mein Nächster, dann brauche ich IMPATIENS, um wieder auf einen normalen Level zu kommen.

Zwei Typenbilder:

Bin ich von Natur aus ein stiller und zurückgezogener Mensch, so werde ich mit Sicherheit nicht gerade jetzt auf andere Menschen zugehen können, sondern ich ziehe mich noch mehr in mein Schneckenhaus zurück, in dem ich mich wohl fühle. Ich möchte mit mir allein sein, ich suche die Einsamkeit. Von anderen Menschen werde ich manchmal als arrogant eingeschätzt, das liegt aber nicht so unbedingt daran, dass ich selber arrogant bin, sondern, dass ich u.U. tiefer denke und mich nicht an oberflächlichen Gesprächen beteiligen möchte. Ich versuche hinter die Dinge zu sehen, bin fähig und kompetent und kann auch sehr gut alleine sein. Aber als WATER VIOLET – Typ habe ich Probleme über meine Probleme zu reden, ich komme in Krisen aus meiner selbst gewählten Einsamkeit nicht heraus. Ein klärendes Gespräch würde mir helfen, aber das schaffe ich nicht. Mit WATER VIOLET kann ich meine innere Emigration überwinden und krankhafte Distanzen zu meinem Mitmenschen abbauen.

Bin ich dagegen ein HEATHER – TYP, dann wende ich mich mit meinen Sorgen nach außen hin. Mir fällt das Alleinsein schwer, ich bin egozentrisch. Mein Fühlen und Denken rankt sich um mich und meine Krankheit. Ich brauche meinen Nächsten, um reden zu können, um mich darzustellen, Aufmerksamkeit zu bekommen. Überschreitet diese Verhaltensweise das normale Maß, beginne ich aufdringlich zu werden, ich merke nicht mehr, welche Grenzen ich überschreite, sämtliche Einzelheiten der Untersuchungen werden explizit in allen Details geschildert. Durch meine Verhaltensweise kann es geschehen, dass ich zurückgewiesen werde und dies wiederum ruft in mir das Gefühl der Demütigung und Einsamkeit hervor

Zitat
.“Mit HEATHER kann ich ein angemessenes Selbstbewusstsein entwickeln und brauche nicht krampfhaft um Anerkennung und Beliebtheit zu betteln.“

* 3.)
Gehen wir in unserer Reise rund um die Krankheit einmal einen Schritt weiter und gelangen nun zu dem Themenkreis:

Krankheitsverlauf - Therapie


Die Diagnose ist gestellt, eine Aufgabe liegt vor mir, die durchaus keine Kleinigkeit ist. Mein Leben hat sich verändert. Im weiteren Verlauf müssen Entscheidungen getroffen werden. Welche Therapie soll angewendet werden? Zu welchem Arzt gehe ich? Welches Krankenhaus ist das Richtige? Nicht immer habe ich die Wahl, aber diese kann durchaus ein Problem für mich werden, wenn ich verunsichert bin.

SCLERANTHUS => Ja oder Nein, Rechts oder Links, dieser Arzt oder jener Arzt, Medikament oder Bestrahlung? Fragen, die uns durchaus belasten können, wenn wir auch im Leben dazu neigen, uns schwer entscheiden zu können. Ich schwanke immer zwischen zwei Möglichkeiten hin und her, kann mich nicht entscheiden, wäge das dafür und dagegen ständig ab. SCLERANTHUS kann mich in dieser Phase unterstützen, zu einer klaren Entscheidung zu kommen.

CERATO => im Grunde genommen habe ich mich schon für ein bestimmtes Ziel entschieden, aber ich suche nun die Bestätigung durch andere Menschen, das können Ärzte sein, kompetente Mitmenschen, das Internet, Bücher. Ich lerne durch CERATO, die Verantwortung meiner Entscheidung auch zu tragen, meiner Intuition zu folgen.

WALNUT => ch habe meine Entscheidung bezüglich der Therapie getroffen, neige aber dazu, mich beeinflussen zu lassen, sei es vom behandelnden Arzt oder meinen Mitmenschen, dies gilt vor allem dann, wenn ich eine alternative Heilmethode gewählt habe. WALNUT hilft, meine Persönlichkeit zu stärken, mir selber treu zu bleiben und nicht wie ein Blatt im Wind hin- und hergeweht zu werden.

Auch während der Therapie kann es zu den Gefühlen die am Anfang beschrieben wurden (Angst, Ungeduld, Trauma) kommen, da ich die Blüten dazu schon beschrieben habe, werde ich sie nicht wiederholen. Es gilt nur immer wieder zu überprüfen, welche Gefühle mich jetzt in meinem derzeitigen Zustand belasten. Das, was an der Oberfläche vorhanden ist, was ich aussprechen kann, was mich bewegt, das ist der Teil, der therapiert werden sollte. Mit der Zeit gelangen wir so an tiefere Bewusstseinsschichten, die durchaus auch in ursächlichem Zusammenhang mit meiner Krankheit stehen. So kann ich aktiv, durch die Bewusstwerdung und Verarbeitung meiner negativen Gefühle, meine Gesundung unterstützen.

Wie gehe ich mit meiner Krankheit und ihren Folgen um?
Welche Blüten können mir helfen um negative Verhaltensweisen zu entdecken und zu überwinden?

WILLOW => Das ist nicht fair! Warum ich? Andere Menschen gehen doch auch gesund durchs Leben, warum geht es mir anders? Mir fällt es schwer, meine Krankheit zu akzeptieren, ich kann es nicht klaglos und ohne Verbitterung ertragen. Ich beurteile Mein Leben danach, wie erfolgreich es verläuft und übersehe dabei das große Ziel im Ganzen zu sehen. Ich denke, dass ich solch eine harte Prüfung nicht verdient habe, mein Interesse an den Dingen, die mir früher Freude gemacht haben, lässt nach. Bin ich im täglichen Leben ein Mensch, der schnell beleidigt und enttäuscht ist, dann kann mir WILLOW helfen, meine Krankheit zu akzeptieren und konstruktiv an der Verarbeitung mitzuwirken, anstatt mich schmollend in einer Ecke zu verkriechen.

PINE => ‚Manchmal habe ich das Gefühl, mich für mein Dasein entschuldigen zu müssen. Jetzt haben fremde Menschen eine Last mit mir, ich belaste sie. Womöglich ist es sogar meine Schuld, dass ich krank geworden bin. Weil ich krank bin, werden andere eingeschränkt.’ Solche und ähnliche Gedanken können den Energiefluss extrem hemmen. Schuldgefühle oder ein schlechtes Gewissen schwächen die Abwehrkräfte.

ELM => Es liegen jetzt so viele neue Dinge vor mir, die ich bewältigen muss, das macht mich momentan mutlos. ELM ist eine Blüte für die Krise bei Überforderung, dies zeigt sich auch im alltäglichen Leben, viele Mütter sind schlicht und ergreifend überlastet, weil viel zu viele Aufgaben auf sie einstürzt. Mancher Mensch geht darin auf und fühlt sich wohl. Bei aller Liebe zu Kind, Mann, Beruf kann es aber in der Vielzahl der Belastungen zu einem ZUVIEL kommen. Sei es nun ein Familienfest, das organisiert werden muss, ein gemeinsames Wochenende, für dass ich vorbereite oder was auch immer. Auf einmal kommen mir Zweifel, ob ich das überhaupt schaffe, ich bin verunsichert. Dabei lasse ich außer acht, dass ich im Grunde ein fähiger Mensch bin und diese Aufgabe ein Klacks gegen das ist, was ich sonst schaffe, aber momentan ist sie halt der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt. (physisch gesehen kommt es zu einer Überlastung des frontalen Cortex und mein Gehirn schaltet auf untergeordnete Tätigkeiten um, so kann es passieren, dass ich anfange zu bügeln, oder ich zippele rum mit irgend einem kleinen Tick, obwohl ich eigentlich ganz dringend etwas anderes tun müsste, das ist eine natürliche Reaktion, weil der Mensch Stress nur in bedingtem Maß aushalten kann) ELM lässt mich erkennen, was ich delegieren kann, was wichtig ist, was muss ich zuerst tun, was kann liegen bleiben, wie verhindere ich, dass ich mir zu viel Aufgaben aufhalse. Ich kann vorsortieren und aktiv bleiben. ELM ist eine Stimmungsblüte, wird nicht ständig eingesetzt.

Typbezogene Reaktionen in Krankheit:


IMPATIENS => wenn mir die Heilung nicht schnell genug geht.

BEECH => Ich bin kritisch in allen Dingen, niemand kann es mir Recht machen – schwieriger Patient, nörgelig.

CHICORY => Es gibt Menschen, die krank werden, um Zuwendung zu bekommen oder bemitleidet zu werden. Man hofft, dadurch die Liebe zu bekommen, die man ihnen als Gesunde vorenthalten hat.

CENTAURY => Als CENTAURY – Typ bin ich derjenige, der anderen hilft und dadurch auch schon mal meine Grenzen übersehe, es kann durchaus sein, dass ich durch meine typbezogenen Eigenschaften, mein eigenes Wohl gänzlich übersehe. CENTAURY hilft mir, mich vor überzogenen Forderungen anderer abzugrenzen und in begründeten Fällen „NEIN“ sagen zu können

CLEMATIS => Der Lebenskampf erscheint mir zu schwer, ich erhoffe mir von einer tödlichen Krankheit, von meinen Problemen die Erlösung zu erhalten. Desinteresse für alltägliches Geschehen.

CRAB APPLE => Mein Körper verändert sich und ich kann ihn nicht mehr so akzeptieren, ich schäme mich, anders auszusehen. Wer CRAB APPLE benötigt ekelt sich auch vor bestimmten Dingen. Ordnung und Reinheit sind ihm wichtig.

HEATHER => mir fällt das Alleinsein schwer, ich benutze die Krankheit aber, z.B. um Kontakt zu haben, mich mitteilen zu können.

HOLLY => Ist gereizt, ungenießbar oder wütend. Starke Aggressionen pflegen sich, wenn sie nicht spontan abreagiert werden, über körperliche Symptome abzuleiten.

OAK => hält durch und lässt sich nicht unterkriegen, kämpft, auch wenn es aussichtslos erscheint. Wer OAK benötigt, muss lernen, sich selber Zeit zu geben, loszulassen

VINE => noch im Krankenbett gebe ich Anweisungen und sage anderen, was sie zu tun haben..

WATER VIOLET => zieht sich zurück, bagatellisiert, muss lernen, sich mehr zu öffnen.

WILLOW =>
zerfließt in Selbstmitleid, muss lernen, für sich selbst verantwortlich zu sein

Im Verlauf der Krankheit kommt es zu Phasen der

Entmutigung

Depression, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung und Müdigkeit machen sich breit.

GENTIAN => Ich bin niedergeschlagen, möglicherweise durch einen Rückschlag in der Behandlung. Ich neige dazu, pessimistisch zu sein. „Es klappt ja doch nicht.“ kann eine typische Aussage sein. Ich brauche Ermutigung und fasse durch gutes Zureden wieder Mut. GENTIAN hilft, einer Depression entgegen zu wirken, gibt Licht und Mut, meinen Weg weiterzugehen.

GORSE => Ich bin verzweifelt, ich habe allen Grund für meinen Pessimismus. Wer GORSE benötigt, der hat sich mit seinem Zustand der Hoffnungslosigkeit abgefunden. „Es hat keinen Sinn mehr.“ Genau wie bei GENTIAN lasse ich mich überreden, aber mein Kommentar dazu könnte so lauten: „Gut, ich mache das, aber es wird nichts bringen.“

SWEET CHESTNUT =>es gibt Momente in meinem Leben, da ist die Qual so groß, dass sie unerträglich scheint. Ich stehe mit dem Rücken zur Wand. Es gibt keinen Ausweg. Die totale Verzweiflung. Bach schreibt hierzu:

Zitat
„Wenn der Geist oder Körper die Grenze der Belastbarkeit erreicht zu haben scheint und ein Zusammenbruch zu befürchten ist. Wenn es scheint, als gäbe es nur noch Zerstörung und Vernichtung.“

* 1.)
WILD ROSE => Resignation – ich habe abgeschlossen mit meinem Leben, ich will nicht mehr kämpfen. Mein Verlust des Gesundungswillens verhindert die Heilung, ich ziehe mich innerlich und äußerlich zurück, werde apathisch und dämmere vor mich hin.

OLIVE => Ich habe mich körperlich und auch geistig ausgepowert, durch Versorgung der Familie, Krankenpflege, eigene Krankheit, geistige Arbeit -. Ich bin nur noch müde und möchte meine Ruhe haben, mir wird alles zuviel. Hier braucht der Körper OLIVE, um wieder selber zu Kräften kommen zu können. Betrachten wir uns den Olivenbaum, so sehen wir, dass er selbst unter kärglichen Bedingungen wertvolle Früchte hervorbringt - diese Botschaft gibt uns dieser Baum.

HORNBEAM => Hier haben wir einen anderen Aspekt. Ich bin müde, der Gedanke an eine bevorstehende Routinearbeit macht mich schon müde und ich fange damit gar nicht erst an. Im Gegensatz zu ELM, wo ich tatsächlich viel Arbeit habe, gibt es bei HORNBEAM gar nicht soo viel und wenn ich es recht überlege, ist die Arbeit in kurzer Zeit erledigt - aber der Gedanke daran hindert mich. HORNBEAM ist auch gut geeignet für die, die morgens schlecht aus dem Bett kommen.

Bei Dr. Blome fand ich noch einen nützlichen Hinweis in Bezug auf chronische Krankheiten, den ich gern auszugsweise wiedergebe:

Zitat
„GENTIAN, GORSE, MUSTARD, OLIVE, WILD ROSE è bei lange unverändert bestehenden, therapieresistenten Krankheiten. Diese Kombination kann unter günstigen Umständen verhindern, dass sich der Organismus mit seinem Zustand abfindet. Sie weckt den Lebenswillen und die Heilkräfte, besonders wenn die Kranken selbst keine Anstrengungen mehr zur Gesundung unternehmen.“

*3.)
CHESTNUT BUD => ist eine Blüte, die bei chronischen Krankheiten eine Wende bringen kann. Was lerne ich nicht aus der Botschaft der Krankheit, welchen Fehler mache ich immer wieder?

Wie wir aus den aufgeführten Blüten ersehen, gibt es eine Vielzahl von Reaktionen auf eine schwerwiegende Erkrankung. Mit Sicherheit werden nicht alle Blüten gleichzeitig nötig sein. Mit einer aufmerksamen Selbstbetrachtung und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber kann ich feststellen, welche Blüte ich derzeit am meisten benötige. Es gibt aber durchaus Reaktionen, die ich an mir nicht sehe. Was stört mich an meinem Nächsten am meisten, was gefällt mir an meinem Gegenüber? Denke ich einmal nach, warum ich diese oder jene Verhaltensweise ablehne. Hier habe ich ein Instrument an der Hand, über den Spiegel, den mir mein Mitmensch vorhält, mich selber zu erkennen.

Abschied - Sterben - Tod

Bis hierher ging mein Weg und nun ist es an der Zeit, mich zu lösen, eine andere Seinsebene zu erreichen. Es gilt hier nicht, den Tod zu verhindern, sondern aus meiner Situation, meinem Leben die Lehren zu ziehen und umzusetzen, konstruktiv anstatt destruktiv.

ASPEN und ROCK ROSE => reduzieren die Todesangst

HONEYSUCKLE => hilft auch, Wurzeln der Vergangenheit zu kappen, es ist die Blüte, die, zusammen mit WALNUT, mich in der Ablösungsphase unterstützen kann.

MIMULUS => Wenn ich Angst habe vor den konkreten Dingen: Schmerzen, Umbetten, Infusionen etc.

WALNUT => hilft, Wurzeln zu lösen und nach vorne zu sehen. WALNUT gibt inneren Frieden.

OAK => verkürzt nutzlose Todeskämpfe

STAR OF BETHLEHEM => gibt mir Trost in den letzten Stunden

Mechtild Scheffer schreibt über Bachblütengaben in den letzten Tagen Sterbender:

Zitat
„Übereinstimmend wird berichtet, dass diese Kranken ihre letzten Tage harmonischer und menschenwürdiger verbringen durften und meistens friedlich eingeschlafen sind.“

*2.)
Zubereitung und Einnahme der Bachblüten:


Individuelle Bachblütenmischungen werden in Apotheken hergestellt und verkauft. Es ist dazu also nicht nötig, alle 38 Blüten selber im Haus zu haben. In der Regel wählt man nicht mehr als 6 oder 7 Blüten aus. 4 x 4 Tropfen werden über den Tag verteilt eingenommen. Aber auch hier handhabe ich die Einnahme meiner persönlichen Mischung stets individuell. Wenn ich Verlangen danach verspüre, dann nehme ich sie öfter, sogar in 10 – Minuten – Intervallen. Reaktionen auf die Bachblüten sind sehr unterschiedlich. Sie können sehr subtil sein und erst dann bemerkt werden, wenn ich mich nach einigen Wochen selber überprüfe oder in einem Gespräch feststelle, dass bestimmte negative Verhaltensweisen nicht mehr da sind. Sie lösen sich sozusagen in Luft auf. Nicht immer geschieht diese Umstellung so einfach.
Es kann in den ersten Tagen (bis maximal einer Woche) sogar zu einer verstärkten Reaktion und Müdigkeit kommen. Wir nehmen mit der Einnahme der Bachblüten eine innere Reinigung vor, eine Art Hausputz – und wie im normalen Leben entsteht erst einmal Unordnung. Es wird aussortiert, was ich noch brauche oder nicht, es kommt u. U. zu verstärkten negativen Emotionen, as liegt daran, dass ich mir dieser Disharmonien nun wesentlich bewusster werde, ich werde durch die Bachblüten darauf aufmerksam gemacht. „Sieh hin, das ist deine Angst, schau nicht weg, fühle, wie sich die Angst anfühlt und denke darüber nach, was sie dir sagt, was sie dich lehrt.“ Das führte in meinem Fall z.B. dazu, dass ich, als ich meine Blüten nahm, vermehrt Angst empfand. In diesem Fall habe ich mir mit Rescue Remedie helfen können. Außerdem habe ich die Bachblütengaben verstärkt und mich den Aufgaben gestellt. In schwierigen Fällen ist es immer hilfreich, kompetenten Rat und Hilfe zu bekommen. Viele Heilpraktiker arbeiten mit den Bachblüten. Von der Bach-Foundation gibt es eine Liste der BFRP’s , die nach den Richtlinien von Edward Bach therapieren: Bach Foundation

Die Bachblütentherapie ersetzt nicht Diagnostik und Behandlung niedergelassener Ärzte und Heilpraktiker, sie kann uns aber in unseren Bemühungen, HEIL zu werden, unterstützen. Mein Artikel soll keine Beratung ersetzen, die ist sicherlich besser vor Ort zu erhalten. Mein Ziel ist es lediglich, einmal aufzuzeigen, mit welchen Probleme und Schwierigkeiten ich konfrontiert werden kann in einer schweren Lebenskrise. Mit Sicherheit gäbe es noch sehr viel mehr Aspekte zu betrachten, aber dieser Artikel kann ja auch Ausgangspunkt für Fragen, Anregungen und Überlegungen werden. Dazu gibt es Gelegenheit in unserem Forum mit dem Thema: Krankheit und Bachblüten.

Sigrid 11.2.2004

Quellen:
1.)Edward Bach: The Twelve Healers
2.)Mechtild Scheffer: Original Bach-Blütentherapie, Lehrbuch für die Arzt- und Naturheilpraxis
3.)Dr. med. Götz Blome; Das neue Bach-Blüten-Buch