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Forum der Schwarzmondfrauen « Themen « Umgang mit Sterben und Tod «  (Moderator: LaLeona)Reden über die Organisation der eigenen Beerdigung - warum nicht?
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Autor Thema: Reden über die Organisation der eigenen Beerdigung - warum nicht?  (Gelesen 893 mal)
spiritlady
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Schicksal wächst im eigenen Innern


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« am: 31. Januar 2010, 16:19:51 »

Liebe Frauen,

möchte hier einmal ein Thema aufgreifen, über das ich die letzte Zeit konkret nachdenke, und feststelle, dass die Leute nicht gerne darüber reden.

Ich mache mir Gedanken darüber, wie ich mal beerdigt werden möchte, habe dies auch meinem Mann und meinen Eltern gegenüber schon mal geäußert, aber keiner geht wirklich darauf ein und noch interessanter ist, wenn ich frage, wie sie sich selber ihre Beerdigung mal vorstellen, wird abgelenkt oder nicht lange darüber gesprochen. Ich finde dies merkwürdig, weil ich gerne wüßte, woran ich bin, auch bei meinen Lieben um mich herum, und jeder weiß doch, dass er mal sterben wird, wieso mögen so viele nicht damit konfrontiert werden?

Ist es denn so verwunderlich, wenn ich mich schon jetzt dafür interessiere, auch, wenn ich vielleicht noch viele Jahre zu leben habe? Wie ist Eure Meinung zu diesem Thema?

LG
spiritlady
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margarete-sophie
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« Antworten #1 am: 31. Januar 2010, 17:42:10 »

hi spiritlady,

das in diesen breitengraden übliche verdrängen auch bei diesem thema wundert mich nicht.
tod und alles was damit zu tun hat ist eines der härtesten tabus im entwurzelten westlichen lebensstil und dessen art des denkens.

ich habe meine wünsche bezüglich des letzten weges meines körpers bereits aufgeschrieben, auch wenn es derzeit rechtlich so wie ich es mir vorstelle hierzulande - noch - nicht möglich ist. aber wer weiß, wie sich die möglichkeiten vielleicht irgendwann oder irgendwo bieten ...

margarete
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Tanja
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« Antworten #2 am: 31. Januar 2010, 18:16:19 »

Ich spreche ganz offen über meine Wünsche und gebe den Menschen in meiner Umgebung die Möglichkeit dies ebenso offen mit mir zu bereden, wenn sie das wünschen.
Meine Familie weiss, was ich mir für mich nach dem Tod vorstelle und ich weiss von fast allen Famlilienmitgliedern, was sie wünschen. Ich hatte bei solchen Gesprächen sehr oft das Gefühl, dass es regelrecht befreiend für den jenigen war, dass endlich jemand zuhörte und dem Raum gab.
Ich denke, dass sich aber auch viele Menschen nicht damit beschäftigen wollen, weil sie Angst haben. Sich damit beschäftigen, darüber zu reden bedeuted es "wirklicher" zu machen, dem ins Auge zu schauen, dass wir alle endlich sind. Es ist für viele einfacher - vielleicht so ähnlich wie ein Kind sich die Hände vor die Augen legt und dann das, was es nicht sieht, auch nicht "da" ist - zu ignorieren, wegzudrücken.
Das ist das Recht jedes einzelnen, da in jemanden zu dringen, um ihn zum "Glück zu zwingen" ist grenzverletzend. (soll jetzt nicht heissen, dass Du das machst! Ich meine das nur allgemein gesprochen)
Wenn Du in dem Umfeld derer, die sich nach Deinem Ableben darum kümmern würden, niemanden für ein Gespräch findest, wäre es eine Idee es aufzuschreiben wie Margarete es gemacht hat. Das könnte einem eventuell vorhandenen Testament beigelegt werden.
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silbermond
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« Antworten #3 am: 31. Januar 2010, 19:49:06 »

Ich denke auch , dass die meisten Menschen halt einfach Angst davor haben sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Ich finde das sehr schade, denn ich denke , dass es leichter fällt wenn es soweit ist , wenn mensch darauf vorbereitet ist . Aber eben - dazu zwingen kann man niemanden.
Ich selber habe meine Bestattungsverfügung auch schon bei der Gemeinde hinterlegt. Ich möchte , dass meine Asche im Wald ausgestreut wird , so dass mein Körper ( oder eben die Reste davon ) eins mit der Natur werden. Für mich ist das ein sehr schöner Gedanke und es ist mir sehr wichtig , das geregelt zu wissen. Sollte auf einmal eine schwere Krankheit oder ein Unfall eintreffen , ist es oft zu spät noch was zu regeln.
Liebe Grüsse
Silbermond
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Tanja
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« Antworten #4 am: 31. Januar 2010, 20:52:48 »

So habe ich es auch für mich angedacht, liebe Silbermond
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Lisa
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« Antworten #5 am: 31. Januar 2010, 22:51:10 »

So, wie es natürlich ist, sich mit dem Tod und was danach geschieht, zu befassen, so gibt es auch bei vielen Menschen diese Angst, die es verhindert. Vielleicht kann mensch da eine - stückweise - Veränderung bewirken, durch das eigene Bedürfnis, darüber zu reden?

Ich kann mich noch gut an die Verwandten, die zu meiner Kindheit schon alt waren, erinnern. Die hatten eigentlich ganz selbstverständlich alle einen Plan... es ziemlich natürlich zu wissen, wo die Tante Fanny denn dann mal liegen würde (sie wollte zu ihrem ersten Ehemann), die meisten kamen eh ins Familiengrab, aber über ein paar Details wurde ab und zu beim sonntäglichen Kaffeetrinken gesprochen - u.a. Jetzt im Nachhinein find ich das sehr interessant, damals wars einfach langweilig, lach

So richtig drüber reden kann ich darüber vor allem mit meiner Tochter, die auch immer die neuesten "Updates" bekommt. Bis vor einem Jahr wollte ich ja verbrannt werden und die Asche verstreut, augenblicklich finde ich den Übergang in Mutter Erde, so ganz gemächlich und klassisch sehr schön, da haben mir ein paar schamanische Reisen den Weg gezeigt.

Der Rest ist - Sache meiner Lieben, die für sich eine angemessene Form finden sollen. Wie sie trauern und erinnern wollen... Unsere Dreibeinchen möchten net drüber reden... naja... vielleicht kommt das ja noch

Grüße von Lisa
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margarete-sophie
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« Antworten #6 am: 31. Januar 2010, 23:08:05 »

was für mich auch sehr wichtig ist: ich will am stück bleiben und keinesfalls ausgeschlachtet werden. ein entsprechendes notariell beglaubigtes papier befindet sich bei meinem ausweis, ebenso eine patientenverfügung für die docs, sollte ich zB. im koma sein.

margarete
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spiritlady
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Schicksal wächst im eigenen Innern


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« Antworten #7 am: 06. Februar 2010, 14:51:58 »

Ja, ich habe auch schon sehr konkrete Vorstellungen über meine Beerdigung. Wenn ich jedoch - besonders mit Gleichaltrigen - darüber spreche, werde ich komisch angeguckt. Und dann merke ich, es wird nicht gerne darüber gesprochen, dann hak ich auch nicht nach! Tanja schrieb ja:

Zitat
Das ist das Recht jedes einzelnen, da in jemanden zu dringen, um ihn zum "Glück zu zwingen" ist grenzverletzend.

Richtig! Ich empfinde es genau so, und jeder sollte es akzeptieren, wenn andere nicht darüber reden wollen. Ich finde es nur schade, dass ich nur mit wenigen darüber reden kann. Mich interessiert es total, ob jemand verbrannt oder im Sarg beerdigt werden möchte. Ich habe mir jetzt mal im Internet Seiten von Beerdigungsinstituten angeschaut, um herauszufinden, was es für Beerdigungsmöglichkeiten gibt. Weil es mich einfach interessiert! U. a. finde ich die Baum-Beerdigung sehr schön.

Dann kann ich gar nicht verstehen, warum es in Deutschland verboten ist, die Asche zu verstreuen oder eine Urne zu hause aufzubewahren, und im Nachbarland Niederlande dies erlaubt ist...

Dieses Interesse von mir ist auch schamanischer Natur. Dadurch, dass ich mir versuche, die Fragen zu beantworten, wo wir herkommen wo wir hingehen, ist für mich auch das Beerdigungsritual sehr interessant! (Hier wären wir wieder bei "Ritualen", siehe Threat von Schamanca). Und ich finde es halt sehr spannend, zu erfahren, wie andere darüber denken, was sie für Vorstellungen haben, ohne gleich als makaber angesehen zu werden. Ich find es schön, dass wir uns hier im Forum darüber austauschen können.

LG
spiritlady
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